Illustrationen, Film und Storytelling über Musterbilder auf Grundlage Friedlieb Ferdinand Runges
Mehr erfahrenDurch chemische Reaktionen entstehen Farbverläufe, Strukturen und Bewegungen, die fotografisch festgehalten und gestalterisch weiterverarbeitet werden.
Die daraus entstehenden Bilder dienen als Grundlage für zeitgenössische Designentwürfe und zeigen, wie Farbe und Material neue visuelle Formen erzeugen können.
´Freund:innen des Schönen – Der Bildungstrieb der Stoffe´ verbindet naturwissenschaftliches Experimentieren mit zeitgenössischer Gestaltungspraxis und eröffnet neue Perspektiven auf Diversität, Materialität und kreative Prozesse. Ausgangspunkt sind Farbmusterexperimente nach Friedlieb Ferdinand Runge, bei denen Diffusion, Kapillarität und chemische Reaktionen sichtbar werden. Aus dem Zusammenspiel von Farbe, Bewegung und Material entstehen organische Musterbilder, die anschließend künstlerisch weiterentwickelt werden – in Illustration, Storytelling, Film, Sound sowie Entwürfen für textile, räumliche und visuelle Gestaltung.
Im Fokus steht nicht das fertige Bild, sondern der Prozess selbst: das Ausbreiten, Überlagern, Reagieren und Transformieren der Stoffe. Filmische Nahaufnahmen und experimentelle Klanggestaltung machen diese flüchtigen Momente als visuelle und auditive Ereignisse erfahrbar. Die Materialien werden dabei zu Akteur:innen, deren Bewegungen, Spannungen und Veränderungen erzählerisch interpretiert werden.
Die entstandenen Arbeiten bewegen sich zwischen Forschung, Design und künstlerischer Narration. Musterbilder werden zu Bildträgern für individuelle Perspektiven auf Vielfalt und Transformation. Das Projekt fördert interdisziplinäres Denken, ästhetische Urteilskraft und kollaboratives Arbeiten und zeigt, wie naturwissenschaftliche Prozesse als Ausgangspunkt für zeitgenössische Gestaltung in den Bereichen Textil, Raum, Farbe und Medien genutzt werden können.
KI, Prompt Design und digitale Bildgenerierung verändern, wie visuelle Entwürfe entstehen.
Analoge Musterbilder können dabei als Ausgangspunkt dienen: Sie werden beschrieben, interpretiert und mit KI in neue Bildvarianten übersetzt.
So entsteht ein experimenteller Gestaltungsprozess, der neue ästhetische Möglichkeiten eröffnet, aber auch Fragen nach Autorschaft, Originalität und Wahrnehmung aufwirft.
Im zweiten Workshopteil des analog-digitalen Kunstprojekts wurde KI als kreatives Werkzeug für Gestaltung, Bildsprache und konzeptionelles Arbeiten erfahrbar gemacht. Ausgangspunkt waren experimentelle Fotografien und Musterbilder, inspiriert von den Farb- und Formstudien von Friedlieb Ferdinand Runge. Aus diesen analogen Bildwelten entwickelten die Teilnehmenden mithilfe KI-gestützter Prozesse neue Entwürfe für Mode, Räume und Objekte.
Im Fokus stand ein gemeinsamer Workflow, der visuelle Recherche, Prompt Design und gestalterisches Denken verbindet: Musterbild, Formreferenz und Prompt-Bausteine wurden zu individuellen Konzeptideen kombiniert. Über ein kollaboratives FigJam-Board entstand ein wachsender Prompt-Baukasten aus Begriffen, Materialien, Stimmungen und gestalterischen Parametern. Ziel war nicht ein einheitliches Ergebnis, sondern ein Verständnis dafür, wie KI kreative Prozesse beeinflusst, erweitert und hinterfragt.
Für die abschließende interaktive Ausstellung entwickelten die Teilnehmenden drei Postkarten mit KI-generierten Motiven, prägnanten Claims und offenen Gesprächsimpulsen. Die Arbeiten luden Besucher:innen dazu ein, über Gestaltung, Konsum, Autorschaft und den Einsatz künstlicher Intelligenz ins Gespräch zu kommen. So entstand ein Workshopformat zwischen analogem Experiment, digitalem Entwurf und kritischer Designpraxis.
Da ergibt sich dann eine vollkommene Fernsicht-Malerei, wie sie der geschickteste Maler nicht richtiger hervorbringen kann.
— Friedlieb Ferdinand Runge, Der Bildungstrieb der Stoffe, 1855
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